Archiv für den Autor: Georg Souvignier

2017 – Der Mensch, ein Tier! Und sonst?

Im Laufe der Wissenschaftsgeschichte wurden in den verschiedenen Disziplinen zahllose Definitionen oder definitionsähnliche Äußerungen dessen auf- und angeboten, was der Mensch sei oder doch sein solle. Nicht selten wurde dazu das Tier (animal) als Ausgangspunkt oder als Definitionssockel benutzt. Entsprechend ergänzten dann die Definitionen oder definitorischen Äußerungen das Tierische am Menschen um ein Spezifikum humanum. Vom animal rationale, animal sociale und animal politicum, vom animal orans, vom animal ludens und vom animal ridens und anderem mehr wurde dann gesprochen. Dabei erfreut sich, wie zu vermuten ist, keine dieser Definitionen einer allseitigen Anerkennung oder gar einer deutungsgeschichtlichen Monopolstellung.

Es könnte aber doch sein, dass eine Betrachtung ausgewählter Aspekte dieser Definitionsversuche im multiperspektivischen interdisziplinären Diskurs – analytisch wie synthetisch – Umrisse eines Menschenbildes ergeben, das Vereinseitigungen der Vergangenheit und Gegenwart vermeidet und angesichts der heutigen (post)modernen Anfragen intellektuell reputationsfähig ist.

2015 – Überzeugungen und Denkvoraussetzungen in der Wissenschaft

Es wäre ein Missverständnis zu glauben, Wissenschaftler-/innen beschäftigten sich nur mit den Tatsachen dieser Welt und trieben ihre Wissenschaft ansonsten voraussetzungslos. In Wirklichkeit sind schon die Forschungsmotivation, die Wahl der Fragestellung, der Methode und der Sprache, mit der die jeweilige Wissenschaft betrieben wird, Denkvoraussetzungen, die – reflektiert oder nicht – nicht frei von Glaubensüberzeugungen sind. Damit muss nicht notwendigerweise der wissenschaftliche Erkenntnisprozess kontaminiert sein. Aber die Denkvoraussetzungen, die ihm zugrunde liegen, sollten selbst Gegenstand der wissenschaftlichen Erkenntnis sein oder werden. Ein interdisziplinäres Symposium von Geistes-, Human- und Naturwissenschaftlern widmet sich genau dieser Reflexion.

Wissenschaftler der Disziplinen Physik, Klimaforschung, Chemie, Biologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und Psychologie versuchen dabei, zunächst sich selbst über ihre Denk- und Glaubensvoraussetzungen Klarheit zu verschaffen und einander diskursiv Rechenschaft zu geben.

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2013 – Schuld – überholte Kategorie oder menschliches Existential?

Die Auseinandersetzung mit Schuld ist seit jeher ein Thema, mit dem Menschen sich intensiv beschäftigen – als Einzelne und als Gesellschaft(en). Belege finden sich in den Ursprungserzählungen der Bibel wie in unzähligen Mythen und alten Überlieferungen. Ein Blick in die verschiedenen Medien zeigt, dass sich das grundsätzlich nicht geändert hat, wenn auch Bewertungen und Umgang mit Schuld einem Wandel unterzogen sind.

Der Erkenntnisfortschritt in der Neurobiologie und die damit verbundene Debatte um den Freiheitsbegriff betreffen zwangsläufig das Verständnis von Schuld und damit verbundene Implikationen. Auch gesellschaftliche Veränderungen und Erkenntnisse anderer Wissenschaften sind hier nicht ohne Einfluss.

Vor dem Hintergrund, dass es sich bei Schuld einerseits um eine anthropologische Konstante zu handeln scheint, andererseits aber vielfältige neue Erkenntnisse und Entwicklungen die Frage nach einem Wandel des Verständnisses von Schuld aufwerfen, erscheint es angebracht, sich dem Thema interdisziplinär zu nähern.

In einem Symposium bringen wir daher Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen (Theologie, Philosophie, Psychiatrie, Psychologie, Rechtswissenschaft, Soziologie, Neurobiologie) zu den folgenden Fragen miteinander ins Gespräch:

  • Was verstehen wir heute unter Schuld? Was ist Schuldfähigkeit?
  • Welche Bedeutung hat Schuld für den Menschen als Mensch und Individuum bzw. für die Gesellschaft?
  • Erfordern aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eine Revision des Schuldbegriffs?

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