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2008 – Gottesbilder-Klärung – Gottesbild-Erklärung ? Interdisziplinäre Be- und Erkenntnisse

Wie ist eine evolutive Welt oder das Weltbild der heutigen Kosmologie mit dem Schöpfungsglauben vereinbar? Kann man in einem den Naturgesetzen unterworfenen Kosmos von Freiheit sprechen? Was ist Zeit? Ist Religion naturwissenschaftlich erklärbar?

Diese und ähnliche Fragen sind immer wieder Gegenstand des interdisziplinären Gesprächs von Naturwissenschaftlern, Theologen und Philosophen. Im Hintergrund dieser Diskussionen steht häufig die Frage nach den Gottesbildern der Beteiligten – auch wenn diese Frage nicht immer explizit angesprochen wird. Die jeweils vorhandene Vorstellung darüber, wer, was oder wie Gott ist oder nicht ist oder ob er/sie überhaupt ist, hat oft entscheidenden Einfluss auf  Verlauf und Ergebnis solcher Gespräche. Es erscheint daher lohnend, Vorstellungen und Überzeugungen einmal in den Mittelpunkt des Gesprächs zu stellen.

Gottesbilder sind nicht statisch – weder historisch, noch für die oder den Einzelnen. Gleichzeitig sind sie sehr persönlich – manchmal fragmentarisch und mit vielfachen Fragen verbunden.

Die Stiftung Theologie und Natur und die Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen unternehmen daher den Versuch, in diesem Symposion Naturwissenschaftler, Theologen und Philosophen miteinander ins Gespräch über ihre jeweiligen Gottesbilder und die damit verbundenen Fragen und Überlegungen zu bringen.

Im Rahmen dieses Symposions hat die Stiftung außerdem für die Beiträge der Nachwuchswissenschaftler Dr. Patrick Becker, Dr. Ulrich Beuttler und Dr. Tobias Müller Preise vergeben.

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2005 – Der Mensch – nichts als Natur

Der kritische Blick in diverse Wissenschaftsmagazine und auch in die anspruchsvollere Medienlandschaft vermittelt den Eindruck, dass der  Mensch derzeit Gegenstand eines umfassenden naturalistischen Entzauberungsprogramms ist.

Der molekulargenetisch geschärfte Blick in die Zelle und den Zellkern analysiert die genetischen Programme von der Dechiffrierung der DNS bis zur vollständigen Sequenzierung  des Genoms. Zukünftig auftretende Krankheiten werden vorhersehbar, dieweil der Proband noch nichts davon ahnt. Exekutiert der Mensch nur, was biologisch über ihn verhängt ist?

Der Blick ins Gehirn – ermöglicht durch das wachsende Verständnis der neurophysiologischen Prozesse in Verbindung mit modernen bildgebenden Verfahren – legt den Eindruck nahe, man wisse bald nicht nur genau wo, sondern auch was und wie gedacht und gefühlt wird. Auch das Denken und Fühlen ist mit einem Determinationsverdacht belegt.

Die Soziobiologie weitet ihre evolutiven Entstehungsszenarien auch auf Religion und Moral des Menschen aus. Dabei werden Religion und Moral zu selektionsprämierten Durchsetzungsstrategien. Sind sie das, nur das, oder was sind sie sonst?

Insgesamt erleben wir eine umfassende naturwissenschaftlich orientierte De- und Rekonstruktion des Menschen mit zahllosen Baustellen. Ist der Mensch nichts als Natur? Was sollte, könnte oder müsste er außer Natur sonst noch sein? Bieten nichtnaturalistische Anthropologien nur einen hinhaltenden aber aussichtslosen Widerstand gegen eine naturalistische Totalerklärung des Menschen? Wenn der Mensch von Natur ein Kulturwesen ist (Gehlen), was heißt dann Natur des Menschen?

Das Symposion möchte die Naturalisierung des Menschen, also die These „Der Mensch ist nichts als Natur und aus diesem Grunde – zumindest prinzipiell – vollständig naturwissenschaftlich erklärbar”, unter den Aspekten der Erkenntnisfähigkeit, des Ichbewusstseins und des moralischen Handelns einer kritischen interdisziplinären Sichtung unterziehen.

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2002 – Religion und Evolution: Koproduktiv? Kontraproduktiv? Unproduktiv?

Ist Religion eine Kultur-Veranstaltung, die – vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein – nur die Fortsetzung des Evolutions-Prozesses mit anderen Mitteln befördert? Ist sie also in (un)durchschaubarer Fremdnützigkeit koproduktiv zur Evolution? Sind Religionen nur die nützlichen Sklaven für den evolutiven Gesamtprozess? Ist der religiöse Mensch nolens volens ein evolutionärer Nützling?

Oder ist Religion gerade das Gegenteil einer solchen Fortsetzung, nämlich das außer Kraft Setzen einer per Selektion fortschreitenden Evolution? Ist Religion also um der Menschlichkeit willen kontraproduktiv zur Evolution?

Oder stehen Religion und Evolution einander indifferent gegenüber? Riegeln sie sich hinsichtlich Objekt, Methode und Fachsprache hermetisch gegeneinander ab und sind somit zu einer wechselseitigen Beziehung eher unproduktiv?

In einem Symposium der Stiftung Theologie und Natur und der Bischöflichen Akademie erörtern Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete diese Fragestellungen sowohl aus ihrer jeweiligen Perspektive als auch mit transdisziplinärer Offenheit.

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1999 – Die Mensch-Gott-Beziehung im Evolutionären Prozess

Das naturwissenschaftliche Konzept einer evolu­tionären Welt stellt eine Herausforderung an das theologische Welt- und Gottesbild dar. Sind Reli­giosität und die Vorstellung eines transzendenten Gottes letztlich Produkte der biologischen und kulturellen Evolution? Wie hat sich die Mensch-Gott-Beziehung – hier ist der Begriff „Gott” in ei­nem allgemeineren Sinne als der christliche Got­tesbegriff gemeint – historisch entwickelt? Ist diese Sichtweise vereinbar mit einer Offenba­rungsreligion wie dem Christentum? Oder werden mit solchen Überlegungen naturwissenschaftliche Denkansätze in unzulässiger Weise extrapoliert? Welche Konsequenzen ergeben sich für eine Theologie, die Erkenntnisse von Kultur- und Na­turwissenschaften in ihre Lehre einbezieht?

In einem Symposium der Stiftung Theologie und Natur und der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen erörtern Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete diese Fragestellungen aus ihrer jeweiligen Perspektive.

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1996 – Kosmos – Leben und Gott. Natur­wissenschaftler und Theologen im Gespräch über die eine Welt

Das naturwissenschaftliche Konzept der einen evolutionären Welt stellt eine Herausforderung an das theologische Welt- und Gottesbild dar. Anknüpfungspunkte sind neue kosmologische Modelle, Vorstellungen über die Entstehung und Entwicklung der Welt, sowie Erkenntnisse von Biologie und Genetik über die Entstehung und Entwicklung des Lebens und des Menschen.

Im Symposion in Zusammenarbeit mit der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen erörterten Naturwissenschaftler und Theologen am Beispiel der genannten naturwissenschaftlichen Modelle und Konzepte deren Auswirkungen auf das Weltbild und die Gottesvorstellungen.

Der Kosmologe Prof. Dr. Jürgen Audretsch, Konstanz und der evangelische Theologe Prof. Dr. Hans Weder, Zurich, spra­chen miteinander über die “Entstehung und Entwicklung des Kosmos”, der Biochemiker Prof. Dr. Friedrich Cramer, Göttingen, und der evangelische Theologe Prof. Dr. Jürgen Hübner, Heidelberg, hatten das gemeinsame Thema “Entste­hung und Entwicklung des Lebens”, während der Theoreti­sehe Physiker Prof. Dr. Jürgen Schnakenberg und der evan­gelische Theologe Prof. Dr. Sigurd Daecke das Thema “Weltbild und Gottesvorstellung” abhandelten. Dieses Symposion ist nicht dokumentiert worden.

1993 – Gut und Böse in der Evolution

Was bedeuten die biologische Evolution der Natur und die kulturelle Evolution der Menschheit sowie unser Bewusstsein vom evolutionären Charakter unserer Wirklichkeit für unser Verständnis von Gut und Böse, von ethischen Werten und moralischen Normen? Kann es in einer Welt, in der alles im Werden und im Wandel ist, noch feste Normen und bleibende Werte geben?

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